Was ist Integrative Gestalttherapie?

Die Integrative Gestalttherapie ist eine – lt. Psychotherapiegesetz – in Österreich anerkannte psychotherapeutische Methode. Gegründet wurde die Gestalttherapie von Fritz Perls, Laura Perls und Paul Goodman in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie hat ihre Wurzeln u.a. in der Psychoanalyse, der Gestaltpsychologie und der Philosophie. Mit der Integration weiterer Konzepte und Forschungsergebnisse entwickelte sich die Integrative Gestalttherapie als klinisches Verfahren der Psychotherapie. Die Ausbildung in Integrativer Gestalttherapie dauert durchschnittlich 5-7 Jahre und umfasst sowohl Theorie als auch Selbsterfahrung sowie Berufsausübung unter Supervision.

Im Zentrum der Integrativen Gestalttherapie steht die Beziehungs- und Kontaktfähigkeit des Menschen mit sich und der Umwelt. Mit sich in Kontakt sein bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche wahrzunehmen. "Gesund" leben wir, wenn die Begegnung im "Hier und Jetzt" mit uns selbst und unserer Umwelt ohne Blockierungen möglich ist. Lebendige Begegnung findet im stündigen Rhythmus zwischen Sich-Einlassen und Sich-Zurückziehen statt. Im therapeutischen Kontakt können eigene Beziehungsmuster erlebt und bearbeitet sowie auch neue Erfahrungen gemacht werden.

Das "Hier und Jetzt" in der therapeutischen Arbeit stellt die gegenwärtigen Empfindungen und Wahrnehmungen der KlientInnen in den Vordergrund. Darin zeigen sich auch vergangene Erfahrungen und alte Muster, die auf so genannte "offene Gestalten" (unabgeschlossene Erlebnisse, ungeklärte Beziehungen) hinweisen können.

Der Blick auf das Umfeld, in dem Menschen leben (Familie, Arbeit, gesellschaftliche Bedingungen) wird in der Integrativen Gestalttherapie als wichtiges Element miteinbezogen. Das Bemühen um Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen sowie sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement war und ist vielen GestalttherapeutInnen ein wichtiges Anliegen.

In der Integrativen Gestalttherapie werden Menschen als Einheit von Seele, Körper (Leib) und Geist gesehen. Die psychotherapeutische Behandlung berücksichtigt alle drei Ebenen indem sowohl auf körperliche Prozesse eingegangen wird, Gefühle erlebt und ausgedrückt werden können als auch am Bewusstwerden und Erkennen von Dynamiken und Mustern gearbeitet wird.

Die Einladung zu Experimenten ist ein wichtiges Element der Integrativen Gestalttherapie. Neben dem therapeutischen Gespräch kann über die Arbeit mit Bildern, Symbolen, Träumen sowie mittels kreativer Medien, Rollenspiel und Körperarbeit das Erfahrungsspektrum erweitert werden. Die Therapie bietet einen Rahmen, wo neue Wege und Handlungsmöglichkeiten entwickelt und ausprobiert werden können.